
Inhalt
- Gira System 55 vs. Gira System 70: Unterschiede und Kompatibilität einfach erklärt
- Was ist das Gira System 55?
- Welche Schalterprogramme gehören zum Gira System 55?
- Was ist das Gira System 70?
- Welche Schalterprogramme gehören zum Gira System 70?
- Gira System 55 und System 70 im direkten Vergleich
- Der wichtigste Unterschied: 55 × 55 mm oder 70 × 70 mm
- Design: kompakt oder bewusst großflächig?
- Sind Gira System 55 und System 70 kompatibel?
- System 55 in System 70 integrieren: Der Adapterrahmen
- Können vorhandene Schalter- und Tastereinsätze weiterverwendet werden?
- Gira System 3000 in System 55 und System 70
- Smart Home: Welches System bietet mehr Möglichkeiten?
- Mehrfachrahmen: Unterschiede besonders sichtbar
- Welche Farben bietet Gira System 70?
- Wann ist Gira System 55 die richtige Wahl?
- Wann ist Gira System 70 die richtige Wahl?
- Kann ich von Gira System 55 auf System 70 umrüsten?
- Kann ich System 55 und System 70 innerhalb eines Hauses mischen?
- Was solltest du beim Kauf beachten?
- Wichtig bei Arbeiten an der Elektroinstallation
- Gira System 55 oder System 70 – welches System passt besser zu dir?
- FAQ: Häufige Fragen zu Gira System 55 und System 70
- Fazit: Gira System 55 oder System 70 – zwei Systeme für unterschiedliche Ansprüche
Gira System 55 vs. Gira System 70: Unterschiede und Kompatibilität einfach erklärt
Wer sich mit Schaltern, Steckdosen oder smarter Gebäudetechnik von Gira beschäftigt, stößt inzwischen auf zwei zentrale Systemwelten: das bewährte Gira System 55 und das neue Gira System 70. Auf den ersten Blick scheint der wichtigste Unterschied lediglich in der Größe zu liegen. Während System 55 auf einem Raster von 55 × 55 mm basiert, setzt System 70 auf großzügige 70 × 70 mm große Bedienflächen. Tatsächlich unterscheiden sich die beiden Systeme aber auch hinsichtlich Design, Schalterprogrammen und einiger sichtbarer Komponenten.
Gleichzeitig sind Gira System 55 und System 70 technisch enger miteinander verbunden, als die unterschiedlichen Maße vermuten lassen. Gira nutzt beim System 70 in vielen Bereichen die bewährte technische Basis des System 55. Außerdem können bestimmte Komponenten aus dem System 55 mithilfe eines passenden Adapterrahmens sogar in eine Installation des System 70 integriert werden.
Wenn du eine neue Elektroinstallation planst, vorhandene Gira Schalter modernisieren möchtest oder dich fragst, ob System-55-Komponenten mit System 70 kompatibel sind, solltest du deshalb nicht allein auf das äußere Design achten. In diesem Ratgeber erklären wir dir die Unterschiede, Gemeinsamkeiten und Kombinationsmöglichkeiten ausführlich.
Was ist das Gira System 55?
Das Gira System 55 ist eines der bekanntesten modularen Schalter- und Installationssysteme von Gira. Die Bezeichnung „55“ steht für das grundlegende Maß der sichtbaren Funktionseinsätze. Wippen, Steckdosenabdeckungen und viele weitere Zentralstücke besitzen ein Grundmaß von 55 × 55 mm.
Das System wurde bereits 1998 eingeführt und hat sich über viele Jahre zu einem umfangreichen Baukastensystem entwickelt. Heute stehen laut Gira mehr als 300 Funktionen innerhalb des System 55 zur Verfügung. Dazu gehören längst nicht nur klassische Lichtschalter und Steckdosen. Auch Dimmer, Jalousiesteuerungen, Bewegungsmelder, Raumtemperaturregler, Netzwerk- und Kommunikationstechnik sowie zahlreiche Smart-Home-Komponenten können integriert werden.
Der große Vorteil des System 55 liegt im modularen Aufbau. Funktion und Design sind weitgehend voneinander getrennt. Dadurch kannst du viele technische Komponenten mit unterschiedlichen Gira Schalterprogrammen kombinieren.
Möchtest du beispielsweise deine Einrichtung verändern, musst du deshalb nicht zwangsläufig die komplette Elektroinstallation austauschen. In vielen Fällen genügt es, sichtbare Komponenten wie Abdeckrahmen und Wippen gegen Varianten eines anderen kompatiblen System-55-Schalterprogramms auszutauschen.
Diese Flexibilität ist einer der Gründe dafür, dass System 55 sowohl bei Neubauten als auch bei Renovierungen und Modernisierungen weit verbreitet ist.
Welche Schalterprogramme gehören zum Gira System 55?
Innerhalb des Gira System 55 stehen verschiedene Designlinien zur Verfügung. Sie besitzen das gleiche grundlegende Funktionsmaß, unterscheiden sich aber hinsichtlich Form, Material, Farbe und Gestaltung der Rahmen.
Zum System 55 gehören unter anderem Gira Standard 55, Gira E1, Gira E2, Gira E3, Gira Event, Gira Esprit und Gira Studio. Gira nennt aktuell sieben Designlinien innerhalb des Systems.
Dadurch kannst du die Technik vergleichsweise unabhängig vom Design auswählen. Ein vorhandener funktionaler Aufbau kann beispielsweise später mit einem anderen kompatiblen Abdeckrahmen optisch verändert werden.
Wichtig: „System 55“ und „Standard 55“ sind nicht dasselbe. System 55 bezeichnet das komplette Baukastensystem, während Gira Standard 55 lediglich eines der Schalterprogramme innerhalb dieses Systems ist.
Diese Unterscheidung ist besonders beim Kauf von Ersatzteilen wichtig. Steht auf einem Produkt „System 55“, bedeutet das nicht automatisch, dass es ausschließlich für das Schalterprogramm Standard 55 vorgesehen ist.
Was ist das Gira System 70?
Das Gira System 70 ist eine neue modulare Gira Plattform mit deutlich größeren Bedienflächen. Grundlage des Designs ist der klassische Gira Flächenschalter, dessen Konzept in das neue modulare System übertragen wurde.
Während das System 55 mit 55 × 55 mm großen Funktionselementen arbeitet, verwendet System 70 ein Raster von 70 × 70 mm. Dadurch wirken Lichtschalter und andere Bedienflächen größer und besonders präsent.
Gira positioniert das System 70 als moderne Flächenschalterplattform für klassische und intelligente Elektroinstallationen. Insgesamt stehen mehr als 200 Funktionen zur Verfügung – vom normalen Lichtschalter über Steckdosen und Jalousiesteuerungen bis zu Smart-Home-Anwendungen.
Ein besonderes Merkmal sind die großzügigen Bedienflächen. Sie ermöglichen eine komfortable Bedienung und verleihen der Elektroinstallation gleichzeitig einen bewusst reduzierten und architektonischen Charakter.
Technisch beginnt Gira dabei keineswegs komplett von vorne. Die technologische Basis des System 70 baut in wichtigen Bereichen auf dem bewährten Gira System 55 auf.
Genau dieser Punkt spielt bei der Frage nach der Kompatibilität eine entscheidende Rolle.
Welche Schalterprogramme gehören zum Gira System 70?
Das System 70 umfasst mehrere eigenständige Designvarianten beziehungsweise Schalterprogramme:
Gira F100 orientiert sich stärker am klassischen Gira Flächenschalter und zeichnet sich durch weichere Konturen und abgerundete Formen aus.
Gira F200 wirkt geradliniger und besonders minimalistisch.
Gira F200 flach verfolgt einen besonders flachen Gestaltungsansatz und besitzt eine Aufbauhöhe von lediglich rund 3 mm, wodurch der Rahmen nahezu flächenbündig mit der Wand erscheinen kann.
Gira F300 setzt auf einen sehr schmalen Rahmen. Dadurch tritt der Rahmen optisch stärker zurück und die große Bedienfläche steht deutlich im Mittelpunkt.
Damit bietet System 70 unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten, behält aber innerhalb des Systems das gemeinsame 70 × 70-mm-Raster bei.
Gira System 55 und System 70 im direkten Vergleich
| Merkmal | Gira System 55 | Gira System 70 |
|---|---|---|
| Grundmaß | 55 × 55 mm | 70 × 70 mm |
| Charakter | Klassisches modulares Baukastensystem | Moderne Flächenschalterplattform |
| Anzahl Funktionen | Mehr als 300 Funktionen | Mehr als 200 Funktionen |
| Bedienfläche | Kompakt | Deutlich größer |
| Designlinien | u. a. Standard 55, E1, E2, E3, Event, Esprit, Studio | F100, F200, F200 flach, F300 |
| Smart-Home-Funktionen | Umfangreich verfügbar | Umfangreich verfügbar |
| System 3000 | Ja | Ja |
| Direkter Austausch sichtbarer 55er- und 70er-Komponenten | Nein | Nein |
| Integration von System-55-Produkten | – | Teilweise mit Adapterrahmen 55 × 55 mm möglich |
| Typischer Einsatz | Bestand, Renovierung, Neubau | Moderne Neuinstallation und Modernisierung mit Flächendesign |
Das System 55 bietet derzeit die größere Funktionsvielfalt und profitiert von seiner langen Marktpräsenz. System 70 setzt dagegen einen deutlichen Schwerpunkt auf großzügige Bedienflächen, minimalistisches Design und moderne Architektur.
Der wichtigste Unterschied: 55 × 55 mm oder 70 × 70 mm
Der offensichtlichste Unterschied zwischen Gira System 55 und System 70 ist das Maß der sichtbaren Funktionselemente.
Beim System 55 beträgt die Grundfläche 55 × 55 mm. Diese einheitliche Größe ermöglicht es, zahlreiche Funktionen in unterschiedlichen Schalterprogrammen einzusetzen.
System 70 vergrößert das Raster auf 70 × 70 mm. Lichtschalter und andere Bedienelemente besitzen dadurch eine deutlich größere sichtbare Fläche.
Diese 15 mm Unterschied pro Seite haben erhebliche Auswirkungen auf die Gestaltung. Ein 70er-Flächenschalter wirkt stärker wie ein eigenständiges Designelement an der Wand. Gleichzeitig lässt sich die größere Fläche komfortabel bedienen – beispielsweise mit der Handfläche oder auch dann, wenn du einen Schalter im Dunkeln ertasten möchtest.
Die unterschiedlichen Maße bedeuten allerdings auch, dass Wippen, Zentralstücke und Abdeckrahmen beider Systeme nicht einfach gegeneinander ausgetauscht werden können.
Eine Wippe aus System 55 passt also nicht einfach in einen System-70-Abdeckrahmen und eine 70 × 70 mm große System-70-Wippe kann nicht in einen normalen System-55-Rahmen eingesetzt werden.
Der wichtigste Unterschied: 55 × 55 mm oder 70 × 70 mm
Der offensichtlichste Unterschied zwischen Gira System 55 und System 70 ist das Maß der sichtbaren Funktionselemente.
Beim System 55 beträgt die Grundfläche 55 × 55 mm. Diese einheitliche Größe ermöglicht es, zahlreiche Funktionen in unterschiedlichen Schalterprogrammen einzusetzen.
System 70 vergrößert das Raster auf 70 × 70 mm. Lichtschalter und andere Bedienelemente besitzen dadurch eine deutlich größere sichtbare Fläche.
Diese 15 mm Unterschied pro Seite haben erhebliche Auswirkungen auf die Gestaltung. Ein 70er-Flächenschalter wirkt stärker wie ein eigenständiges Designelement an der Wand. Gleichzeitig lässt sich die größere Fläche komfortabel bedienen – beispielsweise mit der Handfläche oder auch dann, wenn du einen Schalter im Dunkeln ertasten möchtest.
Die unterschiedlichen Maße bedeuten allerdings auch, dass Wippen, Zentralstücke und Abdeckrahmen beider Systeme nicht einfach gegeneinander ausgetauscht werden können.
Eine Wippe aus System 55 passt also nicht einfach in einen System-70-Abdeckrahmen und eine 70 × 70 mm große System-70-Wippe kann nicht in einen normalen System-55-Rahmen eingesetzt werden.
Design: kompakt oder bewusst großflächig?
Bei der Entscheidung zwischen Gira System 55 und System 70 spielt deshalb nicht nur die Technik, sondern vor allem die gewünschte Optik eine Rolle.
System 55 wirkt klassischer und kompakter. Die Bedienelemente treten weniger stark in den Vordergrund und können durch die verschiedenen Rahmenprogramme sehr unterschiedlich gestaltet werden. Vom preislich attraktiven und zurückhaltenden Standard 55 bis zu höherwertigen Designlösungen bietet das System viele Möglichkeiten.
System 70 verfolgt dagegen einen anderen Ansatz. Hier wird die große Bedienfläche bewusst zum Gestaltungselement. Der Schalter soll nicht möglichst klein verschwinden, sondern sich mit einer klaren, reduzierten Formsprache in moderne Innenarchitektur integrieren.
Besonders auffällig ist das bei Mehrfachkombinationen. Gira hat System 70 so gestaltet, dass die Funktionselemente innerhalb entsprechender Mehrfachrahmen optisch sehr dicht aneinander liegen können. Dadurch entsteht eine ruhigere, zusammenhängende Fläche.
Für moderne Neubauten, hochwertige Renovierungen und reduzierte Einrichtungskonzepte kann das einen deutlichen gestalterischen Unterschied machen.

Sind Gira System 55 und System 70 kompatibel?
Diese Frage lässt sich nicht einfach mit „Ja“ oder „Nein“ beantworten.
System 55 und System 70 sind nicht vollständig mechanisch miteinander kompatibel. Gleichzeitig gibt es aber bewusst vorgesehene Möglichkeiten, Komponenten miteinander zu kombinieren.
Entscheidend ist, welche Ebene der Elektroinstallation du betrachtest.
Bei den sichtbaren Designteilen wie Abdeckrahmen und Wippen handelt es sich grundsätzlich um unterschiedliche Systeme. Ein normaler System-55-Abdeckrahmen kann nicht durch einen System-70-Rahmen ersetzt werden, ohne die dazugehörigen Komponenten anzupassen.
Bei der darunterliegenden technischen Basis gibt es dagegen zahlreiche Gemeinsamkeiten.
Gira beschreibt System 70 ausdrücklich als Plattform mit technologischer Basis im bewährten System 55. Auch bei klassischen Schaltfunktionen zeigt sich diese Verbindung: Für System-70-Wippen führt Gira beispielsweise verschiedene klassische Wippschalter-, Wipptaster- und Tastschaltereinsätze als notwendige Komponenten auf.
Das bedeutet allerdings nicht, dass jedes beliebige System-55-Produkt automatisch ohne zusätzliche Bauteile in System 70 passt. Vor dem Austausch solltest du deshalb immer prüfen, welche Kombination Gira für den jeweiligen Einsatz vorsieht.

System 55 in System 70 integrieren: Der Adapterrahmen
Eine besonders interessante Lösung für die Kompatibilität ist der Gira Adapterrahmen mit einem quadratischen Ausschnitt von 55 × 55 mm.
Dieser Adapter wurde speziell dafür entwickelt, Produkte des System 55 innerhalb einer System-70-Installation einzusetzen. Laut Gira können mit diesem Adapterrahmen und den entsprechenden Abdeckrahmen von F100, F200, F200 flach und F300 Produkte aus System 55 in System 70 integriert werden.
Das ist insbesondere bei Funktionen sinnvoll, die möglicherweise zunächst nur im System-55-Format verfügbar sind oder bei einer bestehenden Installation weiterverwendet werden sollen.
Du kannst dir den Adapter vereinfacht als Übergang zwischen der 55er-Funktionsgröße und dem größeren 70er-Designraster vorstellen.
Dadurch musst du bei einer System-70-Installation nicht zwangsläufig auf jede Funktion verzichten, die ursprünglich für System 55 entwickelt wurde.
Wichtig: Der Adapter macht aus einer 55 × 55 mm großen Komponente natürlich keine echte 70 × 70 mm große Bedienfläche. Er sorgt vielmehr dafür, dass das kleinere System-55-Element gestalterisch und mechanisch passend in den vorgesehenen System-70-Rahmen integriert werden kann.
Können vorhandene Schalter- und Tastereinsätze weiterverwendet werden?
Gerade bei einer Renovierung ist diese Frage wichtig. Wenn bereits eine Gira Installation vorhanden ist, möchtest du möglicherweise lediglich das sichtbare Design verändern, ohne sämtliche Einsätze in der Wand auszutauschen.
Bei klassischen Schaltern und Tastern stehen die Chancen dafür grundsätzlich gut. Gira führt bei verschiedenen System-70-Wippen bewährte Schalter- und Tastereinsätze als notwendige Zubehörkomponenten auf. Dazu gehören beispielsweise Ausschalter, Wechselschalter, Kreuzschalter sowie verschiedene Tastervarianten.
Dadurch kann eine Umstellung unter bestimmten Voraussetzungen deutlich einfacher sein, als die unterschiedlichen Maße zunächst vermuten lassen.
Du solltest daraus allerdings keine allgemeine Regel für jedes Produkt ableiten.
Bei speziellen Funktionen wie elektronischen Bedienelementen, Steckdosen, Smart-Home-Komponenten, Kommunikationsanschlüssen oder Sonderfunktionen können andere Zentralstücke, Adapter oder spezielle System-70-Komponenten erforderlich sein.
Deshalb gilt beim Umbau:
Nicht nur das Schalterprogramm prüfen, sondern immer die genaue Artikelnummer und die vom Hersteller angegebene Kombination aus Einsatz, Aufsatz, Adapter und Abdeckrahmen beachten.
Gira System 3000 in System 55 und System 70
Auch für die moderne Licht- und Jalousiesteuerung spielt die gemeinsame technische Basis eine wichtige Rolle.
Das Gira System 3000 ist ein modulares System für Funktionen wie Lichtsteuerung, Dimmen, Jalousie- und Rollladensteuerung oder automatische Bedienung. Je nach Anwendung können unterschiedliche Bedienaufsätze auf die passenden Unterputzeinsätze gesetzt werden.
Für System 70 bietet Gira inzwischen eigene passende Bedienaufsätze an. Dazu gehören beispielsweise klassische System-3000-Bedienaufsätze, Varianten mit Pfeilsymbolen, Touchaufsätze sowie Jalousie- und Schaltuhren.
Damit kannst du die Technik des System 3000 auch mit dem großflächigen Erscheinungsbild des System 70 kombinieren.
Das ist besonders interessant, wenn du beispielsweise deine Rollläden oder Beleuchtung komfortabler steuern möchtest, gleichzeitig aber ein durchgängiges System-70-Design bevorzugst.
Smart Home: Welches System bietet mehr Möglichkeiten?
Sowohl Gira System 55 als auch System 70 sind keineswegs auf klassische Lichtschalter beschränkt.
System 55 bietet aufgrund seiner langen Entwicklungsgeschichte bereits ein sehr umfangreiches Angebot für unterschiedliche Gebäudetechnik- und Smart-Home-Anwendungen. Dazu gehören unter anderem Produkte aus Gira System 3000, Gira One, KNX und KNX RF.
Auch das System 70 wurde ausdrücklich für Anwendungen von konventioneller Elektroinstallation bis hin zur intelligenten Gebäudetechnik entwickelt. Gira nennt dabei unter anderem System 3000, Gira One und KNX als Einsatzbereiche.
Die Entscheidung zwischen System 55 und System 70 solltest du bei einem Smart Home deshalb nicht allein davon abhängig machen, welches System „smarter“ ist.
Viel wichtiger ist die Frage, welche konkrete Funktion du benötigst und welches Bedienkonzept sowie Design du bevorzugst.


Mehrfachrahmen: Unterschiede besonders sichtbar
Ein weiterer Unterschied zeigt sich bei mehreren Schaltern oder Steckdosen nebeneinander.
Beim System 55 sitzt jedes Funktionselement im bekannten 55er-Raster. Dadurch entstehen klassische Mehrfachkombinationen, wie sie in sehr vielen Gebäuden zu finden sind.
System 70 verfolgt einen stärker flächenorientierten Designansatz. Bei Mehrfachrahmen können die Funktionselemente ohne deutlich sichtbare Mittelstege unmittelbar nebeneinander angeordnet werden. Dadurch entsteht eine optisch zusammenhängende Fläche.
Gerade bei Kombinationen aus mehreren Schaltern, Steckdosen oder Smart-Home-Bedienelementen kann System 70 dadurch besonders ruhig und hochwertig wirken.
Welche Farben bietet Gira System 70?
Auch bei der Farbgestaltung bietet System 70 verschiedene Möglichkeiten. Gira sieht für die neuen Schalterprogramme unter anderem Varianten in Reinweiß glänzend, Reinweiß seidenmatt, Grau matt, Anthrazit und Schwarz matt vor. Je nach Produkt und Ausführung können sich die tatsächlich verfügbaren Varianten unterscheiden.
Damit lässt sich die Elektroinstallation sowohl unauffällig an helle Wandflächen anpassen als auch bewusst als Kontrast einsetzen.
Besonders schwarze oder anthrazitfarbene Schalter können beispielsweise auf Sichtbeton, Holz, dunklen Wandflächen oder in modernen Küchen einen deutlichen gestalterischen Akzent setzen.
Wann ist Gira System 55 die richtige Wahl?
Das Gira System 55 eignet sich besonders, wenn du maximale Auswahl und hohe Flexibilität suchst.
Durch mehr als 300 verfügbare Funktionen und verschiedene etablierte Designlinien lässt sich das System für sehr unterschiedliche Anforderungen einsetzen.
Auch bei Renovierungen ist System 55 häufig interessant. Befindet sich bereits eine entsprechende Gira Installation im Gebäude, können sich vorhandene technische Komponenten vielfach weiterverwenden lassen, während lediglich Rahmen, Wippen oder andere sichtbare Elemente erneuert werden.
System 55 ist deshalb eine gute Wahl, wenn du Wert auf ein bewährtes Baukastensystem, eine sehr große Funktionsauswahl und zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten legst.
Wann ist Gira System 70 die richtige Wahl?
System 70 ist besonders interessant, wenn das Design deiner Elektroinstallation eine wichtige Rolle spielt und du große, komfortable Bedienflächen bevorzugst.
Das System bietet sich deshalb beispielsweise bei modernen Neubauten, hochwertigen Sanierungen oder architektonisch reduzierten Wohnkonzepten an.
Durch die technische Verbindung zum System 55 musst du dabei nicht vollständig auf dessen bewährte Basis verzichten. Gleichzeitig erhältst du das charakteristische 70 × 70-mm-Flächendesign und die neuen Schalterprogramme F100, F200, F200 flach und F300.
Wenn du also moderne Gebäudetechnik mit besonders großflächiger, minimalistischer Gestaltung verbinden möchtest, ist System 70 eine interessante Alternative zum klassischen System 55.


Kann ich von Gira System 55 auf System 70 umrüsten?
Grundsätzlich kann eine Umrüstung möglich sein. Wie aufwendig sie ausfällt, hängt jedoch stark von der vorhandenen Installation ab.
Besonders bei klassischen Schaltern und Tastern können bereits vorhandene technische Einsätze unter Umständen weiter genutzt werden. Sichtbare Komponenten wie Wippen und Abdeckrahmen müssen aufgrund des unterschiedlichen Rasters jedoch passend zum System 70 gewählt werden.
Bei anderen Funktionen kann ein Adapter erforderlich sein. Dafür bietet Gira unter anderem den bereits erwähnten 55 × 55-mm-Adapterrahmen zur Integration von System-55-Produkten in System 70 an.
Bei elektronischen oder intelligenten Funktionen solltest du genau kontrollieren, welche Kombinationen aus Einsatz und Bedienaufsatz zulässig sind.
Eine komplette bestehende System-55-Anlage lässt sich deshalb nicht pauschal durch einfaches Abnehmen der alten Rahmen und Aufstecken von System-70-Rahmen umrüsten.
Was solltest du beim Kauf beachten?
Bei Gira Schalterprogrammen besteht eine komplette Funktion meist aus mehreren Einzelteilen. Je nach Anwendung benötigst du beispielsweise einen Unterputzeinsatz, eine Wippe oder ein Zentralstück und einen passenden Abdeckrahmen.
Deshalb solltest du ein Produkt niemals nur anhand der Farbe oder der Bezeichnung „Gira“ auswählen.
Achte insbesondere darauf, für welches System das sichtbare Bedienelement vorgesehen ist, welche technischen Einsätze dazu passen und ob gegebenenfalls ein Adapter benötigt wird.
Gerade bei System 55 und System 70 können Produkte technisch miteinander verwandt sein, obwohl sich ihre sichtbaren Abmessungen deutlich unterscheiden.
Wichtig bei Arbeiten an der Elektroinstallation
Rahmen und bestimmte aufgesteckte Abdeckungen lassen sich teilweise ohne Eingriff in die elektrische Verdrahtung wechseln. Sobald jedoch elektrische Einsätze ausgebaut, Leitungen gelöst oder neue Komponenten angeschlossen werden müssen, handelt es sich um Arbeiten an der Elektroinstallation.
Solche Arbeiten sollten von einer Elektrofachkraft durchgeführt werden. Das gilt besonders bei Schaltern, Steckdosen, Dimmern, Jalousiesteuerungen und fest angeschlossenen Smart-Home-Komponenten.
Wenn du lediglich das Design deiner vorhandenen Gira Installation verändern möchtest, solltest du deshalb zunächst prüfen lassen, welche vorhandenen Einsätze weiterverwendet werden können. Dadurch lässt sich ein unnötiger Austausch technisch einwandfreier Komponenten vermeiden.
Gira System 55 oder System 70 – welches System passt besser zu dir?
Die Entscheidung zwischen Gira System 55 und Gira System 70 ist weniger eine Frage von „alt oder neu“, sondern vielmehr eine Frage deiner Anforderungen.
Mit System 55 erhältst du ein seit vielen Jahren etabliertes Baukastensystem mit einer besonders großen Auswahl an Funktionen und verschiedenen Designlinien. Das einheitliche 55 × 55-mm-Maß ermöglicht eine hohe Flexibilität und macht System 55 gerade bei bestehenden Installationen und Renovierungen attraktiv.
System 70 setzt dagegen auf 70 × 70 mm große Bedienflächen und einen modernen Flächenschalter-Charakter. Die Designlinien F100, F200, F200 flach und F300 richten sich vor allem an Anwender, die Elektroinstallation stärker als Bestandteil der Innenarchitektur betrachten.
Besonders interessant ist, dass beide Welten nicht vollständig voneinander getrennt sind. System 70 verwendet in wichtigen Bereichen die bewährte technische Basis des System 55, und über einen speziellen 55 × 55-mm-Adapterrahmen können sogar System-55-Produkte in System-70-Rahmen integriert werden.
Damit bietet Gira sowohl für bestehende Installationen als auch für moderne Neubauten eine hohe Planungssicherheit.
Kurz gesagt: Wenn du maximale Funktionsvielfalt, ein bewährtes System und eine große Auswahl etablierter Schalterprogramme suchst, ist Gira System 55 eine sehr flexible Lösung. Möchtest du dagegen großzügige Bedienflächen mit einem besonders modernen und minimalistischen Erscheinungsbild, solltest du dir Gira System 70 genauer ansehen.
Welche Komponenten tatsächlich miteinander kombiniert oder bei einer bestehenden Installation weiterverwendet werden können, solltest du dabei immer anhand der jeweiligen Gira Artikel und Herstellerangaben prüfen.
FAQ: Häufige Fragen zu Gira System 55 und System 70
1.Was ist der Hauptunterschied zwischen Gira System 55 und System 70?
Der wichtigste Unterschied liegt in der Größe der sichtbaren Funktionselemente. Beim Gira System 55 beträgt das Grundmaß 55 × 55 mm, während das Gira System 70 mit 70 × 70 mm großen Bedienflächen arbeitet. Dadurch wirkt System 55 kompakter und klassischer, während System 70 größere Flächen und einen stärker architektonischen, modernen Charakter bietet.
2. Sind Gira System 55 und System 70 miteinander kompatibel?
Teilweise. Die sichtbaren Komponenten wie Wippen, Zentralstücke und Abdeckrahmen können aufgrund der unterschiedlichen Maße nicht einfach direkt gegeneinander ausgetauscht werden. System 70 basiert jedoch in vielen Bereichen auf der bewährten technischen Grundlage von System 55. Zusätzlich können bestimmte System-55-Komponenten mithilfe eines passenden 55 × 55-mm-Adapterrahmens in System 70 integriert werden.
3. Kann ich vorhandene Gira System-55-Schalter auf System 70 umrüsten?
Eine Umrüstung ist grundsätzlich möglich, hängt aber von den vorhandenen Komponenten ab. Bei klassischen Schaltern und Tastern können vorhandene Unterputzeinsätze teilweise weiterverwendet werden. Die sichtbaren Wippen und Abdeckrahmen müssen jedoch zum System 70 passen. Bei elektronischen Funktionen oder Smart-Home-Komponenten solltest du immer prüfen, welche Einsätze, Bedienaufsätze und Adapter vom Hersteller vorgesehen sind.
4. Welches System eignet sich besser für eine Renovierung?
Bei einer bereits vorhandenen Gira Installation ist System 55 häufig besonders praktisch, da viele bestehende Komponenten weiter genutzt und sichtbare Elemente vergleichsweise einfach ausgetauscht werden können. Möchtest du im Zuge einer umfassenden Renovierung ein moderneres Flächendesign mit größeren Bedienflächen realisieren, kann auch System 70 interessant sein. Welche Lösung sinnvoller ist, hängt vom vorhandenen Aufbau und deinen Designwünschen ab.
5. Ist Gira System 70 auch für Smart Home geeignet?
Ja. Gira System 70 lässt sich auch für intelligente Gebäudetechnik einsetzen. Je nach Anwendung stehen Lösungen aus Bereichen wie Gira System 3000, Gira One oder KNX zur Verfügung. Dadurch kannst du beispielsweise Beleuchtung, Jalousien und weitere Gebäudefunktionen steuern und gleichzeitig das großflächige Design des System 70 nutzen.
Fazit: Gira System 55 oder System 70 – zwei Systeme für unterschiedliche Ansprüche
Mit Gira System 55 und Gira System 70 bietet Gira zwei modulare Lösungen, die sich vor allem hinsichtlich Größe und Gestaltung unterscheiden. Das bewährte System 55 mit seinem 55 × 55-mm-Raster überzeugt durch eine besonders große Funktionsvielfalt, zahlreiche etablierte Schalterprogramme und hohe Flexibilität. Damit eignet es sich sowohl für Neubauten als auch für Renovierungen und bestehende Installationen.
Das Gira System 70 setzt dagegen auf 70 × 70 mm große Bedienflächen und ein modernes, minimalistisches Flächendesign. Es ist besonders interessant, wenn Schalter und Bedienelemente bewusst als Teil der Innenarchitektur gestaltet werden sollen.
Dabei stehen beide Systeme technisch nicht völlig getrennt voneinander. System 70 greift in vielen Bereichen auf die bewährte Basis von System 55 zurück. Über entsprechende Adapter können zudem ausgewählte System-55-Komponenten in das System 70 integriert werden. Dennoch solltest du beachten, dass Wippen, Zentralstücke und Rahmen aufgrund der unterschiedlichen Abmessungen nicht beliebig austauschbar sind.
Welches System für dich die bessere Wahl ist, hängt deshalb vor allem von deiner vorhandenen Elektroinstallation, den benötigten Funktionen und deinen gestalterischen Vorstellungen ab. System 55 punktet mit maximaler Auswahl und bewährter Flexibilität, während System 70 mit großzügigen Bedienflächen und moderner Optik überzeugt.
Wenn du eine vorhandene Installation umrüsten möchtest, solltest du vor dem Kauf genau prüfen, welche Einsätze weiterverwendet werden können und welche Rahmen, Wippen oder Adapter du zusätzlich benötigst. So stellst du sicher, dass Technik und Design am Ende optimal zusammenpassen.
